Wappen der GroKaGe
Gro-Ka-Ge Rastatt 1898 e.V.

 

 

RASTATTER TAGEBLATT

Narrengerichte kennen keine Gnade

 

 

Beim Sturm auf Rathaus ist jeder Widerstand zwecklos

 

Rastatt (sl/red) - Die Rathäuser an Rhein und Murg sind seit gestern wieder voll in Narrenhand. Nicht überall erfolgte die närrische Machtübernahme allerdings ohne Gegenwehr.

 

In Rastatt zum Beispiel musste die Schlosswache, nachdem sie seinen Amtssitz mit ihrer Kanone beschossen hatte, Oberbürgermeister Hans Jürgen Putsch mit vereinten Kräften auf den Rathausbalkon tragen, um ihn der grobgünstigen Narrenjustiz auszuhändigen. Das Tribunal der Rastatter Narrenclub-Präsidenten hatte wieder allerhand Vorwürfe gegen den Delinquenten gesammelt, und die vereinte Narrenschar auf dem Marktplatz konnte jeden einzelnen Anklagepunkt bezeugen. Unmittelbar vor seiner Festnahme durch die Kinder des Biber-Hauses wollte sich der oberste Bürger gar mit der Stadtkasse aus dem Staub machen, dabei musste er doch eigentlich am besten wissen, dass sie bis auf den letzten Heller leer ist.

 
 

 

 

Zur Strafe und zum Beweis, dass er sich mit den Produkten einer Möbelhauskette aus dem hohen Norden auskennt, muss der entmachtete Bürger Putsch ein Ikea-Regal aufbauen, und zwar in aller Öffentlichkeit. Egal wie das Möbel dann aussieht und ob es gerade stehen kann: Es soll meistbietend versteigert werden. Der Erlös geht nicht etwa in die klamme Stadtkasse, sondern soll einem wirklich guten Zweck dienen. Welcher das ist, haben die Narren noch nicht entschie­den. Doch zuerst musste Putsch das Narrenvolk mit der von den Rastatter Wirten eingebrockten Narrensuppe speisen.